Der Plastiksack gehört in den Kompost

Der Plastiksack gehört in den Kompost

Der Plastiksack gehört in den Kompost

Auf unserem Planeten wird immer mehr Abfall produziert. Ein beträchtlicher Teil davon sind Plastiktüten, die nur sehr schwer abbaubar sind. In einigen Ländern wurden sie deshalb schon verboten. Doch es gibt Alternativen. Die Westschweizer Firma BioApply hat biologisch abbaubare Taschen entwickelt.

Herkömmliche Plastiktüten, die täglich millionenfach die Supermärkte in aller Welt mit Waren gefüllt verlassen, haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 20 Minuten. Hergestellt sind sie aus Erdöl, welches sich über Millionen von Jahren gebildet hat. Bis sich ein Plastiksack vollständig zersetzt hat, dauert es 400 Jahre. Frederic Mauch nennt diese Plastiksäcke «veritable Zeitbomben.» Er hat 2006 BioApply gegründet, um die Flut der Plastiksäcke einzudämmen und diese unsägliche Verschwendung zu bekämpfen. Seine Antwort auf Plastik sind biologisch abbaubare und kompostierbare Materialien pflanzlicher Herkunft. Dafür wird in Forschung und Entwicklung für nachhaltigere Lösungen investiert. Heute verkauft die Firma aus Gland ihre biologisch abbaubaren Alternativen aus Maisstärke an große Firmen wie Swiss Bakers, Wenger, Claro, Edelweiss, Switcher, Alinghi, LeShop und viele mehr. Auf den ersten Blick kann man den Unterschied der aus Mais und Kartoffeln hergestellten Taschen zu einem «normalen» Plastiksack nicht erkennen. Der Bioplastiksack fühlt sich jedoch weicher und seidiger an als das auf Erdöl-Basis produzierte Pendant. Bei der Herstellung werden 40 Prozent weniger Energie und 10 Prozent weniger Wasser verbraucht. Ausserdem wird bei der Produktion 10 Prozent weniger CO2 freigesetzt.

Zudem sind die Bioplastiktaschen nach der Verwendung vollständig biologisch abbaubar – schon nach 12 Wochen haben sie sich vollständig zersetzt. Auch bei der Müllverbrennung sind sie den schädlichen Geschwistern überlegen.
Neben den Säcken stellt das Unternehmen auch andere Produkte her, die gewöhnlich aus Erdöl-Kunststoff gefertigt werden. So zum Beispiel eine ganze Palette an biologisch abbaubarem, kompostierbarem Einwegbesteck. Die mit Sorgfalt von BioApply ausgewählten Produkte profitieren von Labeln, die eine Rückverfolgung ihrer Herkunft sowie eine respektvolle Produktion für den Menschen und seine Umwelt garantieren. Und Jungunternehmer Mauch entwickelt immer neue Innovation. Biologisch abbaubare Flipflops wären da eines der Produkte, auf die man gespannt warten darf.
Um die Früchte der Forschungstätigkeit abzusichern hat BioApply sein Spritzguss-geeignetes Granulat patentieren lassen. Und zwar mit Unterstützung des Kantons Waadt und der Förderagentur des Bundes für Innovation, sagt Mauch, der sein Start-Up ausschließlich mit privaten Mitteln finanzierte. Laut Branchenverband European Bioplastics liegt der Anteil von Biokunststoffen weltweit aktuell bei 10 Prozent. Innerhalb der nächsten zehn Jahre soll dieser Anteil auf einen Drittel steigen.

 

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