Umwelt : Der Plasticsack muss sterben

Umwelt : Der Plasticsack muss sterben

Umwelt : Der Plasticsack muss sterben

Die weissen Raschelsäckli an den Kassen von Migros und Coop kosten neu 5 Rappen. Es geht dabei weniger um Umweltschutz als um die Erziehung der Kunden.

Schon wieder ein Kunde, der genau so reagiert, wie es vorgesehen ist. Die weissen Plasticsäckli kosteten neu 5 Rappen, sagt die Kassiererin in der Migros. Der Mann im Anzug, der zwei Joghurts, ein Brot, eine Stange Lauch und eine Packung Watte in seinen Händen balanciert, schüttelt den Kopf. Er stopft die Joghurts in seine Aktentasche, den Rest nimmt er ohne Tasche mit. Es ist ein sehr normales Verhalten dieser Tage.

Die grossen Schweizer Detailhändler schaffen auf Druck des Parlaments die kostenlosen weissen Raschelsäckli an ihren Kassen ab. Wer bei Coop und Migros einkauft, muss deshalb 5 Rappen für ein Plasticsäckli bezahlen. Als Gegenleistung gibt es eine Entlastung des ökologischen Gewissens: Die neuen Säcke sind aus wiederverwertetem Plastic und damit umweltfreundlicher.

Das scheint die Kunden wenig zu beeindrucken. «Die Leute sind nicht bereit, 5 Rappen zu bezahlen», sagt die Kassiererin in einer Zürcher Migros-Filiale. Die Rolle mit den neuen Taschen bleibt meist hinter ihr liegen, seit die Migros diese Woche als erste Grossverteilerin die kostenpflichtigen Säcke flächendeckend eingeführt hat. Die anderen folgen bis spätestens Anfang 2018.

http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/umwelt-der-plasticsack-muss-sterben-ld.127135