«Der Plastik im See ist eine enorme Belastung»

«Der Plastik im See ist eine enorme Belastung»

Immer mehr Plastik verschmutzt das Bodenseeufer, vor allem in Horn und Thal. Freiwillige sammeln ihn auf – bewaffnet mit App und Abfallsack.

Dass die Schweiz nicht so sauber ist, wie es scheint, zeigt der Swiss Litter Report des Vereins Stop Plastic Pollution (Stoppp): «Unsere Flüsse und Seen sind regelrechte Müllkippen», kommt der Verein zum Schluss. Besonders alarmierend: Ein Grossteil des Abfalls ist Plastik. Einmal in Mikroteilchen zersetzt, bringt man ihn nicht mehr aus dem Ökosystem heraus.
Davon bleibt auch das Bodenseeufer nicht verschont. Wie eine interaktive Karte des Litter Report zeigt, sind die Orte Horn und Thal besonders belastet. Pro Meter Uferweg liegen in Horn über 13 Teile Abfall, bei Thal sind es über 14, auch hier besteht der Grossteil aus Plastik. Andere Orte, an denen die Abfallmenge erhoben wurde, sind weniger belastet, etwa die Stadt Arbon. Die Daten erfasst haben Freiwillige, die einmal im Monat Stichproben nehmen und die Abfallmengen auswerten. Darunter auch der Steinacher Andreas Dolder: «Obwohl ich den Strand monatlich von Abfall befreie, sammle ich jedes Mal aufs Neue wieder 150 bis 200 Gegenstände», so der 64-Jährige zum «St. Galler Tagblatt». «Für die Gewässer und Tiere ist der Mikroplastik eine enorme Belastung», ärgert er sich. Schon vor dem Start des Reports ging der pensionierte Sozialarbeiter jeweils Abfälle einsammeln, da ihm der Anblick von Plastik zuviel wurde.